Ab in die Karibik – Abenteuer Atlantik

 

25.10.    Endlich geht’s ab Richtung Karibik – Unser Flug geht um 06:00 von München nach Faro (Portugal). Dort angekommen, der 1. Schock – das Flughafengebäude ist ziemlich beschädigt – man hatte gestern sehr starken Sturm. In der Marina aber Entwarnung – Pink Panther ist unbeschädigt. Es sind aber einige andere Boote beschädigt – Zwei sogar gesunken.

Ich beginne mit den Wartungsarbeiten vor dem nächsten Törn nach Las Palmas. Beim Ölwechsel Stb passiert´s - der Schlauch der Ölpumpe bricht ab (spröde) und ein Teil bleibt in der Ölwanne. Hilft alles nichts – der muss raus - also Motor ausbauen – Ölwanne runter – Motor wieder einbauen. Ölwechsel Bb, sowie beim Generator und der Service der beiden Außenborder folgen am nächsten Tag.

Mein Geräteträger für die Solarpaneele (die ich aus Österreich erwarte – Danke Judy) kann nun doch bis Freitag 4.10. angefertigt und montiert werden. Der Vertrag wird ausgehandelt und

nochmals der Fixtermin Freitag angesprochen. Alles kein Problem!

 

31.10.    Juchu! Die Lieferung aus Ö ist angekommen. Die „Schätze“ werden auf dem Kat verstaut und ich mache mit den Kontrollen am Schiff weiter. Das nächste Problem – Bei einem Steuerseil sind von 6 bereits 5 Kardeelen gerissen! – Muss sofort gewechselt werden – Gut dass das Seil nicht auf See gerissen ist. Ursache: festgefressene Umlenkrollen (Alu auf Stahlblöcken – muss ja korrodieren – ist aber Serienmäßig ;-( )

 

4.10.      Es ist Freitag und niemand kommt zum Montieren des Geräteträgers – bei Nachsicht in der Firma ist noch nicht alles fertig, aber am Montag wird fertiggestellt.

 

7.10.      Montag 14:30 – keine Montagecrew – bei Anruf in der Firma wird auf Dienstag vertröstet.

 

8.10.      Bis heute war es trocken und schön. Ab sofort ist das Wetter „besch….“ Es regnet und starke Windböen – aber die Inox-Crew ist endlich hier und beginnt mit der Montage. Wird vielleicht nicht der „Eleganteste Geräteträger“, aber er ist sehr stabil und funktionell (viel Staumöglichkeit, für ein Kanu?, Holzbohlen für Längsseits anlegen?, Angelhalter, Kisten für Schnorchel- und Tauchausrüstung,….) und vor allem für 6 große Solarpaneele!

 

9.10.      Neue Hiobsbotschaft – das GPS will nicht mehr (Wasserschaden durch defekte Dichtung) – Die Montagecrew ist noch immer nicht fertig (einiges ist nicht nach Plan und muss geändert werden. Ich befestige die ersten Paneele!

 

10.10.    Vormittags werden noch die letzten Arbeiten am Geräteträger gemacht – Bei der Bezahlung möchte man mehr als ausgemacht, wegen Änderungen! Gut dass ich eine genaue Zeichnung mit Materialstärken,… gemacht habe. Mein Hinweis auf 6 Tage Verspätung und den daraus resultierenden Mehrkosten (Marina,…) lassen dann alle Forderungen verstummen. Montiere am Nachmittag noch das neue GPS und hole mir die neuesten Wetterdaten. Wunderbar – ein Tief zieht von den Kanaren Nordwärts – Wind auf die Nase, und nicht zu wenig. Was soll´s – wir müssen am 18.10. in Las Palmas sein – Ossi und Judy kommen.

17:10 Leinen los und wir verlassen Portimao.

 

11.11.    Faschingbeginn – also wirklich lustig ist es nicht gegenan zu kreuzen, aber wir sind am Weg. Bei Bettinas Wache gegen 20:00 wird’s spannend – ein parallel fahrender Frachter hält plötzlich genau Kurs auf uns – nach mehrmaligem Funkanruf meldet er sich – hat uns nicht gesehen! (bei voller Beleuchtung?) und ändert den Kurs.

 

12.11.    Ab jetzt wird’s Lustig – 2 Reffs – Sturm mit 45Kn+ ist angesagt. Werden nur gute 30 – aber soll mir Recht sein.

 

13.11.    Ab 17:00 geht’s wirklich los – 40Kn und in den Böen ist es wie beim Fleischer (darf`s ein bisserl mehr sein?) – Welle mit 5-6m. Jetzt möchte ich auf keinem Fall auf einem Mono segeln.

Pink Panther aber ist gerüstet und macht bei ruhiger Lage gute Fahrt (halt leider in die fast falsche Richtung – Kreuzkurs!) Es ist Mitternacht und es bläst nach wie vor – der Autopilot ist anscheinend bei der Gewerkschaft und will keine Nachtarbeit mehr leisten und beendet daher seinen Dienst (Sealink – Failure) – Ich kann aber Pink Panther nach einiger Zeit mit „gutem Zureden“ (und entsprechendem Segeltrimm) dazu bringen alleine Kurs 45° am Wind zu halten (Wind 40Kn+, Welle ca. 6m) –Speed 7Kn - ist halt ein gutes Boot. Bettina fühlt sich nicht sehr wohl (nicht Seekrank – Nein! – aber ein bischen Angst darf man schon haben bei diesem Wetter)- ich beginne mit der Fehlersuche in den Tiefen des Bootes entlang der Elektronikleitungen und werde nach 3 Stunden fündig – Kontaktfehler!

 

14.11.    Wind lässt nach (25kn) aber leider noch immer aus der Richtung in die wir wollen – Kreuzkurs

 

15.11.    Wind dreht langsam bis Mittag auf Achterlich und geht auf 10-15Kn zurück. Am Steuerbordmotor bleibt der Starter hängen (Strom bleibt voll am Starter, auch wenn Motor läuft – kann noch früh genug ein Kabel abziehen bevor alles durchschmorrt!)

Superwind – achterlich und konstant mit ca. 15kn – also rauf mit dem Spinnaker

Der muss aber vorher unbedingt gewaschen werden. Zumindest Bettina ist dieser Meinung und fährt beim Aufholen anstatt vor, total in den Wind! – da reißt auch noch das Fall am Kopfbrett und der Spi geht baden – Blitzschnell ans Steuer – Motor aus – Rückwärtsgang rein (damit sich die Schraube auch beim treiben nicht mehr dreht und den Spinnaker „aufwickelt“) - Hallo Richie & Co - Wir haben es diesmal Richtig gemacht J - Kappe mit dem Messer noch schnell die Backbordleine und beginne, nachdem der Kat im Wind steht mit der Bergeaktion. Na ja, gewaschen ist er ja, hat aber wieder mal ein paar „Schrammen“ abgekriegt – habe ja jetzt eine eigene Nähmaschine an Bord (Dank Christian Stummer!)

Gut, dann Segeln wir halt mit gemütlichen 5Kn Richtung Las Palmas.

 

16.11.    Segeln bei 10kn achterlichem Wind mit 5-6Kn Fahrt Richtung Las Palmas. Werden am Nachmittag von einer 20m Ketsch überholt („Eisensegel“ machen‘s möglich ;-) )

 

17.11.    Kann für die Hafenmanöver in Las Palmas den Steuerbordmotor nur noch mit Hilfe des Starters von Backbord starten. Wie das geht? Backbord Starter ausbauen – Steuerbord alten Starter ausbauen und guten Einbauen – Steuerbordmotor starten - Motor läuft– Starter ausbauen und an Backbord wieder einbauen – Backbordmotor starten. Da die Marina sowieso voll ist (ARC – Atlantic Rally for Cruisers - startet am Sonntag) ankern wir vor dem Hafen. Es ist, wie sich noch herausstellen sollte ein guter Platz um das ganze Geschehen zu beobachten.

Bringe den defekten Starter zur Werkstatt wegen Reparatur, was sich aber noch als „Hürdenlauf par Excellance“ erweisen wird.

 

18.11.    Ossi, Judy und Roma sind eingetroffen. Wir holen Sie natürlich mit dem „Pink Panther Taxi“ persönlich am Flughafen ab. Mann! Haben die viel Gepäck dabei (das meiste ist aber zum Glück für Pink Panther & Crew – Speck, Captain Morgan, Zigarren, Leselektüre, Ersatzteile,…)

Abends gibt’s gleich mal eine zünftige Grillerei an Bord. Anschließend wird die örtliche „Würfelmeisterschaft“ für eröffnet erklärt ;-)

 

19.11.    Heute wird nicht gearbeitet – wir machen einen Ausflug um die Insel und ins Landesinnere.

Wunderbare Landschaft, schmale Straßen (aber gut ausgebaut) und wir kommen bis auf fast 1500m Seehöhe!

Abends geht’s dann nach einer Paella in den TAO-Club, wo für Ossi (Toyota – geschädigt ;-) ) und den Rest der Crew die Lexus-Lounge reserviert ist. Der spanische Sänger (und perfekte Mundharmonikaspieler) und seine Band bringen einen guten Sound und auch Stimmung in den Club. Die Getränke (Qualität und Preis sehr gut!) tun ein Übriges.

 

20.11.    Wir beobachten den Start der ARC (ein grandioses Schauspiel, wenn mehrere Hundert Boote aller Größen gemeinsam zur Atlantiküberquerung aufbrechen) und so „nebenbei“ werden die Solarpaneele von Judy angeschlossen. Ossi und der Skipper montieren die neue Batterieüberwachung.

 

21.11.    Da wir trotz mehrmaliger Vertröstung (10:00, 12:00, 16:00) unseren Starter nicht bekommen, gehen wir gegen 16:30 „Anker auf“ (geht ja mit schon vorher beschriebener Methode auch mit einem Starter und 2 Motoren) und machen uns auf den Weg nach Teneriffa.

Die Atlantikwellen fordern mit Roma das „1.Opfer“ .

Wind und Welle nehmen mit Fortdauer des Abends stetig zu und wir brauchen 2 Reffs im Groß.

Wir haben die ganze Nacht Wind mit 27Kn in Böen bis zu 35Kn querab. Langsam zeigt sich das 2.Opfer – Judy (aber eigentlich wie bei Roma ganz moderat!)

Bei Ossi dauert’s etwas länger, aber ab ca. 04:00 ist er ein „grüner Junge“, zumindest seiner Gesichtsfarbe nach und er führt ein längeres „Ferngespräch“ mit der WC-Musch(i)el. Anscheinend hat die Verbindung nicht richtig funktioniert, braucht er doch fast 2 Stunden bis er wieder an Deck erscheint ;-(

Gegen 07:00 bekommen wir Besuch von einer Gruppe Delfine, die mit den 6m Wellen Ihren Spaß haben – Judy (geht’s wieder ganz gut) beobachtet mit uns Ihr Spiel rund um den Pink Panther.

Um 12:00 ankern wir in einer Bucht nahe San Christobal – der Skipper braucht nach einer langen, anstrengenden Fahrt Eier mit Speck, wobei plötzlich wie ein Wunder auch Ossi wieder so richtig unter uns weilt.

 

23.11.    Wir gehen nach Marina del Sur – S-Küste von Teneriffa. Abends gibt’s die bisher wohl beste Paella in einem kleinen Restaurant.

 

24.11.    Wir gehen die Ostküste Nordwärts, da aber der Wind total gegenan steht, ankern wir in Punta de Abona.

 

25.11.    03:30 Wir verlassen Punta de Abona und segeln bei 25Kn Wind querab wieder zurück nach Gran Canaria, um Arquineguin zu besuchen. Beim Start verletzt sich Bettina an der Schulter (Zerrung, die noch länger nachwirken wird).

 

26.11.    Die Rückfahrt nach Las Palmas wird ein harter Kampf gegen den Wind. Wir kreuzen 11 Stunden und erreichen Las Palmas gegen 20:00 Ossi und Judy sind „Topfit“ nur Roma liegt fast den ganzen Tag in der Koje und … (Ja, was macht er eigentlich?)

Abendessen gehen wir in die vorzügliche „Pizzaria del Porto“ und genießen Pizza, Wein und ein echt gutes Tiramisu. An Bord wird dann noch etwas länger „Abschied“ gefeiert.

 

27.11.    Die Mühlviertler verlassen uns gegen 13:30 um mit dem Taxi zum Flughafen zu gelangen.

 

28.11.    10:00 Der Starter ist trotz versprechen nicht vor Ort. 14:00 Der Starter ist nicht zu reparieren – ein Neuer muss gekauft werden (€ 450,- L) – muss aber sein!

Ich sende den kaputten Starter zu Kurt, vielleicht kann er einen ähnlichen, der passt als Reserve - Ersatzteil finden (vor allem billiger!)

 

29.11. – 4.12.     Die Tage sind arbeitsintensiv, um die „to Do – Liste“ (Reparaturen und Service sowie Check) abzuarbeiten. Die Nähmaschine bekommt Ihren 1.Einsatz, das Lazy-Bag, das Bimini (bekommt einen neuen RV und die meisten Nähte müssen erneuert werden) und das Vorsegel (UV-Schutz braucht neue Nähte) werden bearbeitet. Der Wassermacher wird gewartet, die Leinen gesichtet und vor allem wird Pink Panther von vielerlei „Krimskrams“, das sich in den Jahren angesammelt hat erleichtert.

Des Weiteren ist „Speedy Gonzales“, unser Dingi mehrfach als Abschleppdienst für havarierte Dingis von „Anker – Nachbarn“ im Einsatz.

 

 

5.12.      Die „Sturmis“ sind eingetroffen. David und Bella, die wir in Siracusa kennengelernt haben, sind via Madeira und Fuertoventura in Las Palmas eingetroffen.

Nach dem Abendessen auf Pink Panther wird noch lange bei einigen Flaschen Rioja und Bacardi-Cola über erlebtes gesprochen und „gefachsimpelt“. Die Zeit spielt kaum eine Rolle, morgen ist in Spanien Feiertag und wir haben beschlossen auch eine Arbeitspause einzulegen.

 

6.12.      Heinz und Inge kommen zum „Kaffeeklatsch“ Heinz (knapper 80iger) möchte mit seiner 38iger Bavaria auch noch in die Karibik segeln – Inge, seine Segelpartnerin ist noch nicht ganz so überzeugt.

 

7.12.      Nach diverse Arbeiten am Boot wird der nahe Strand erkundet (ich will morgen Pink Panther „anbeachen“ um das Unterwasserschiff zu reinigen. Muss schauen, dass es dort keine Felsen, oder größere Steine gibt. Da dieses Wochenende die Europameisterschaft mit den Hobby-Kats stattfinden, ist der Strand zwar voll belegt, aber ich darf morgen Mittag trockenfallen.

 

8.12.      12:30 es ist soweit, Anker auf und wir fahren an den Strand. Mit dem Bug voran lasse ich Pink Panther langsam am Sand auflaufen, dann bringen wir zum Heckanker noch einen kleinen Anker an Land zum Sichern. Ab ins Wasser und in einer guten Stunde ist mit Davids Hilfe das gesamte Unterwasserschiff gereinigt (na ja wenn man dabei stehen kann, ist es wirklich easy ;-) )

Bei auflaufendem Wasser, Motoren an und wir bewegen uns rückwärts vom Strand. Super Sache mit den 2 Rümpfen.

Weiter geht’s mit Wartungsarbeiten (Winschen,…)

 

9.12.      Wir fahren ins Einkaufszentrum La Terrazza und finden ein „Super-Wok-Restaurant) Hallo Werner, Rosi, Wolfgang & Christine ;-(   wo seid Ihr?

Dann geht’s zu LIDL – und dann alles mit dem Dingi an Bord (wir liegen ja vor Anker! – 3 Fahrten und es ist geschafft)

Als Belohnung gibt es dann noch von Pedro „No Problem“ (eigner der Texaco Tankstelle im Hafen und „Mädchen für alles – wirklich jedes Problem löst Pedro ganz uneigennützig und immer zu Gunsten der Langfahrtsegler – Leihauto normal € 47 – Pedro ruft sofort an - € 35 ;-) eine Einladung zum Paella-Essen. Er feiert mit seiner Frau und Familie Ihren 45.Hochzeitstag . Gefeiert wird in der Marina auf der Tankstelle !!!

 

11.12.    David und Bella sind wieder auf Besuch an Bord (Pink Panther hat nicht nur eine umfangreiche Musikauswahl, ab sofort haben wir auch ca. 40 000 (kein Schreibfehler ;-)) Bücher im pdf Format in unserer Bordbibliothek.

 

12.12.    Wir verlassen unseren Ankerplatz - ab in die Marina – Dieselbunkern und fertig machen für den Törn. Unsere Mitsegler Janis, Jonathan, Florian und Frank kommen am Mittwoch. Am Donnerstag geht’s dann richtig los.

 

Wir wünschen Euch allen ein frohes Weihnachtsfest, erholsame Feiertage und einen guten Rutsch.

Wir werden mitten auf dem Atlantik feiern ;-)

 

Den nächsten Bericht gibt es (hoffentlich) ab ca. 5.Jänner 2012

 

Fair Winds SY Pink Panther & Crew