Segeln in der Karibik I

 

Dass wir (relativ) gut über den Teich gekommen sind, wisst Ihr ja aus dem vorigen Bericht.

Freitag wurde noch mit dem Reinigen von Pink Panther begonnen.

Am Samstag wurden dann noch alle Niro-Teile poliert (Danke Jannis und Jones) und am Abend haben wir dann so eine richtige „Pink Panther Party“ gefeiert (Ohne Frank – der hat uns ja schon am Nachmitttag Richtung Deutschland verlassen)

„Langer Rede, kurzer Sinn – bis 5°° morgens Party – dann waren wir alle hin“

Mittags dann Frühstück und dann legen wir ab, wir gehen in die Bucht vor Anker.

Ein, für unseren Zustand sehr, sehr gutes Ablegemanöver, nur dass Jannis eine Festmacherleine am Steg „vergisst“ – aber Jones (ein echter Wanderkumpel) springt ins Wasser und holt die Leine an Bord – Jannis, Du bist Jonez dafür noch einen kräftigen Schluck schuldig ;-)

Am Montagabend verabschieden wir uns dann von Jonez und Jannis – Danke für das Filettiermesser, Leine und Köder – ich werde das Geschenk zu nutzen wissen!

Wäre schön, Sie mal wieder irgendwann, irgendwo zu treffen

(sind uns wirklich ans Herz gewachsen die „2 Jungs“)

 

Am Dienstag bekommen wir Besuch von der Thor (Christian und Christine – D-Ö Paar)

Wir tauschen in den nächsten Tagen e-books, Hörbücher , Filme und natürlich diverse Segelerfahrungen aus (was aber bekanntlich ja nur bei Bier, Wein oder Rum funktioniert J)

Donnerstags gibt’s auf Thor dann eine „Österreichische Speckjause“ (kein „Mühlviertler Judy-Speck“ aber auch sehr lecker)

Freitag geht’s dann Richtung Süden nach St Lucia/Rodney Bay.

Das Wetter ist etwas „feucht“ aber sehr guter Wind querab – mit 10-12Kn Fahrt fliegen wir Richtung Rodney Bay.

Was wäre aber so ein Segeln ohne „Gegner“?

Gleich nach dem Auslaufen von Le Marin gesellt sich hinter uns ein etwa gleich großer Kat und eine Amel – "Super Maramu" zur Regatta – Juchhu!

Der Kat fällt langsam zurück, nur die Ketch macht Meter um Meter gut. Nach ca.1 Stunde ist sie querab, und eine weitere Stunde später (Einfahrt Rodney Bay) ist sie etwa 500m voraus (Ich hätte vielleicht trotz der Böen das 2.Reff aus dem Groß geben sollen L)

Hat aber Spaß, gemacht dieser Törn

Nach dem Einklarieren in der Marina ankern wir in der Bucht.

Am Abend laute Raggae-Musik von Gros Islet (der Ortschaft von Rodney Bay) – die Einheimischen feiern Ihre Rum-Party (die wir in der nächsten Zeit noch einige male Besuchen werden!).

Da es aber heute immer wieder ganz kräftige Regenböen gibt, bleiben wir an Bord und schlafen uns mal aus.

 

Der Samstag bringt Ärger – Die Sonnensegel (von Plaspack nach Zeichnung gefertigt!) sind zum Teil falsch geöst und auch verkehrt genäht!

Dafür funktionieren die neuen Boxen in der Pflicht (der Atlantik hat eben auch „Opfer“ gefordert) nach dem Einbau richtig gut.

 

Sonntags ist dann die Royal Clipper (ein 5-mast Vollschiff) in der Rodney Bay in unmittelbarer Nähe von uns vor Anker gegangen – ein herrlicher Anblick!

Am Abend geht’s dann rein nach Gros Islet – Rumpunsch, Rasta, laute Musik – Karibik pur!

Am Montag sind wir mit den öffentlichen Bussen auf St Lucia unterwegs und versuchen verzweifelt einen Akku für unseren Fotoapparat zu bekommen (auch ein Atlantik – Opfer!)

Vergebens!

Na ja, Ihr könnt Euch ja die Bilder vorstellen (wie im Kino oder Fernsehen – nur nochmal 100% besser!)

Am Dienstag geht’s nach Marigot Bay (eine der bekanntesten Karibik-Buchten, auf vielen, vielen Fotos zusehen, Dr. Doolittle wurde auch hier gedreht,…)

 

Ich habe am Donnerstag dann in der Marigot Bay endlich begonnen mein Unterwasserschiff zu reinigen (war ziemlich viel Bewuchs).

Nach dem Steuerbordbug habe ich mich an die Backbordseite gemacht – bin runter getaucht – dachte: da stimmt doch was nicht! – bin aufgetaucht zum Atmen – konnte aber nicht sagen was nicht richtig ist – nochmals runter – Backbord kein Ruder mehr L - bin aufgetaucht und konnte es nicht glauben – nochmals runter – es stimmt – kein Ruderblatt weit und breit – die Welle, wie mit einem Messer direkt am Rumpf abgetrennt.

Muss schon am Atlantik passiert sein, da die Bruchstelle total korrodiert und verwachsen ist. Wir hatten aber keinerlei Kontakt mit Treibgut und auch keine Grundberührung J (der gesamte Kiel und Rumpf weisen keinerlei Spuren auf!)

Na ja, zum Glück hat man am Kat ja 2 Ruder und es gab bisher keinerlei Steuerprobleme.

 

Ich habe am 18. Jänner auch gleich an Fontaine Pajot in Frankreich geschrieben.

Und habe dann auch Kontakt mit Ulli Meixner aufgenommen (ein Ö Aussteiger, der in Rodney Bay einen kleinen, aber feinen Charter-Betrieb DSL-Yachting.com aufgebaut hat, und über beste Beziehungen verfügt!

Wir werden sehen was wir machen können – aber es kann dauern!

In den nächsten Tagen gibt’s „Langfahrtseglerroutine“ (Reinigen, Reparieren und Ausbessern von kleineren Schäden an den schönsten Orten der Welt ;-) )

Ich glaub‘ ich hab’s ja schon mal geschrieben, aber eine Nähmaschine (von Christian Stummer – Laakirchen – oceanfit.at) an Bord ist unbezahlbar (Vorsegel, offene Bimininähte und auch geplatzte Reißverschlüsse sind kein Problem mehr!)

 

Tim und Klaus (bekannte von Las Palmas) sind auch mit Ihrem Boot eingetroffen – wir sitzen dann natürlich Abends bei „Doolittle’s“ zur Happy Hour bei Bier und Rumpunsch ein „bisschen“ zusammen (zum Glück gibt’s nach Rumpunsch kein Kopfweh!)

Am Sonntag segeln wir dann von Marigot Bay nach Soufriere zu den Pitons („Kegelberge“ und Wahrzeichen von St Lucia)

Supersegelwetter – und Pinki zeigt sich von einem fehlenden Ruder gänzlich unbeeindruckt.

Wir machen im Marine Park an einer Boje fest (Ankerverbot – zum Schutz der Natur!) und gehen gleich mal schnorcheln – ein Traum die Vielfalt an Korallen, Fischen,….

Am späten Nachmittag fahren wir an Land, machen ein bisschen Sightseeing und landen dann am Hafen in einer Bar, wo wir uns gleich mit einer „Horde“ Kanadier anfreunden (sind in Soufriere im Hotel auf Urlaub) und wir verkosten gleich das einheimische Bier und den örtlichen Rumpunsch ausgiebig (wir opfern uns richtiggehend für unsere nächsten Gäste, die ja bald kommen, auf J, damit Ihr nur Bestes zum Trinken bekommt!)

Nach 2 Tagen fahren wir wieder N-wärts und machen an einer Boje in der Anse Conchon „Schweinchen-Bucht“ fest. Als wir an Land gehen beginnt in der Strandbar gerade die Happy Hour – welch eine Fügung – ein Wink des Himmels!

Mittwochs wieder nach Marigot Bay

Leider noch keine Nachrichten über mein Ruderproblem.

Donnerstag läuft bei Dunkelheit noch die Deutsche Segelyacht „Sehnsucht“ in Marigot Bay ein und erkennt erst nach lautem Zurufen noch gerade Rechtzeitig, dass Sie fast auf ein Riff auflaufen!

Wir wollen uns dann am Freitag in Rodney Bay treffen und gemeinsam die Rum-Party besuchen.

Pink Panther segelt dann am Freitag von Marigot Bay, bei 25 - 35Kn Wind (in Böen darf’s ja auch ein bisschen mehr sein J) aufkreuzend und ohne Motorunterstützung (natürlich ein bisschen längerer Weg – aber der ist ja bekanntlich das Ziel!) mit 7-10Kn Fahrt, mit einem Ruder ohne Probleme nach Rodney Bay.

Ankern in der Bucht und fahren mit Speedy Gonzales (unserem Dingi) zu Ulli Meixner in die Marina. Es gibt eventuell ein Ruder, muss aber das noch Vorhandene genau abmessen.

Treffen dann an der „Boardwalk-Bar“ Viktor, Birgit und Klaus (SY Sehnsucht) und stillen unseren Durst mit einigen Pitons (ganz vernünftiges einheimisches Bier!)

Am Abend gibt’s dann eine richtig gute Rumparty in Gros Islet) – Wir feiern mit den Einheimischen – Was? – Ist egal – Saugute Stimmung und der Rumpunsch (besonders der „Spicy“) ist lecker.

Am nächsten Nachmittag kommt dann die „SY Sehnsucht“ längsseits und füllt durch unseren Wassermacher ihre leeren Wassertanks voll.

Am Abend gibt’s dann auf Pink Panther Krautfleckerl für die „Norddeutschen“ Freunde, und die Party geht mit „Wünsch Dir Was“ (aber nicht mit Dieter Schönherr sondern mit DJ Paul) bis in die Morgenstunden weiter.

„Sehnsucht“ geht dann nächsten Tag Richtung Martinique, Birgit und Klaus kommen aber am Mittwoch für eine Nacht an Bord zurück, weil sie ja von St Lucia heimfliegen.

Montag – 30.Jänner – das Ruder passt nicht.

Von Fontaine Pajot noch immer keine Nachricht!

Wolfgang, mein „Helferlein“ von Allroundmarine sendet auch eine dringende Mail an die „Frösche“

Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Wir müssen in den nächsten Tagen nicht alleine Feiern – Thor (Christian und Christine) sind aus Martinique eingetroffen.

Am Mittwoch treffen dann gegen 16:00 Klaus und Birgit mit der Fähre von Martinique ein. Wir holen sie in der Marina mit dem Dingi ab, buchen noch einen Leihwagen (wollen morgen den Transport zum Flughafen zu einem Inselausflug nutzen), trinken dann noch einige Pitons (es ist aber auch furchtbar warm in der Karibik! Und Durst ist schrecklich, was jeder „Mann“ zu bestätigen weiß ;-) ) und fahren dann zu Pink Panther.

Bettina macht auf Wunsch Pasta Carbonara und Salat.

Klaus hat in Norddeutschland eine Mosterei und Schnapsbrennerei (DERERS Mosterei & Obstbrennerei [info@derers.com]) und ich kann nicht mal mit was „Richtig Gutem aus Österreich“ aufwarten, weil mich mein „Haus- und Hoflieferant“, oder besser Bordlieferant (Werner B.) ganz schmählich in Stich gelassen hat, und wir auf Pink Panther auf dem Trockenen sitzen (aber zum Glück nur, was „Richtig guten Schnaps und Brand“ betrifft J).

Bei „Portugiesischem Roten“ und entsprechendem Musikprogramm wird’s wieder eine typische Pink Panther Nacht.

 

Endlich hat sich auch Fontaine Pajot, die Werft in Frankreich gemeldet.

Ein neues Ruder kostet ca. € 2500,- und der Schiffstransport ca. € 500,- + Steuer Lieferzeit ca. 6-8 Wochen

Es wird empfohlen beide Ruder zu wechseln (Eventueller Schaden vom Vorgänger? Grundberührung?....)

 

Nach einigem Suchen, Besprechungen,…. baue ich mir jetzt in der Werft 1 neues Ruder selbst (mit Hilfe der Einheimischen), und werde das 2. Ruder ausbauen, als Muster und genau inspizieren ( - es stellt sich heraus, das auch diese Welle alte Schweißspuren aufweist J)

Der Voreigner hat wohl mal massiv „Mist gebaut“ (vielleicht beim Anbeachen?) und beide Ruderschäfte abgebrochen – sie aber dann nur Stumpf zusammen geschweißt (und leider nicht mit einem Rohr verstärkt) – an dieser Stelle, direkt unter dem Untersten Lager ist aber die größte Belastung, und dort war auch der Bruch.

 

Die Materialbeschaffung ist etwas zermürbend und vor allem zeitaufwändig, aber bis Mitte Februar habe ich es hoffentlich geschafft.

 

Ich habe jetzt ein Ruder gebaut (nach Vorlage), und das Zweite entsprechend verstärkt (Welle 34mm, Rohrmuffe 45mm) – sollte also halten.

Muss jetzt die Ruder noch zusammenlaminieren und dann wieder beide einbauen, dann geht’s weiter J

 

Aber vorher geht’s noch zur Rum-Party nach Gros Islet – mit dabei: Christine &Christian, Dieter & Silke und Rik

Nach ein bisschen „vorglühen“ auf Pink Panther geht’s dann mit den Dingis an die Pier – Silke kann sich nicht zurückhalten (vor Durst ?) – hat’s eben mit dem Aussteigen besonders eilig) und fällt ins Wasser ;-)

Da sie aber ein lustiges Gemüt hat, macht das eigentlich nichts, wird schon wieder trocken – und die Party geht los…….

 

Am nächsten Morgen (eigentlich Mittag) ist die Thor noch immer vor Anker – Sie wollten doch unbedingt nach Marigot Bay ?

Beim meinem Kurzbesuch gegen 15:00 ist Christian noch ziemlich Groggy – und von Christine keine Spur (liegt noch immer in der Koje und…..)

Na ja, morgen ist ja auch noch ein Tag, Marigot Bay gibt’s sicher noch und der Wind wird auch wieder wehen            JJJJJJ

 

Na ja, das ist eben „Sailing round the World“

 

Das Improvisieren ist immer gefragt!

(Bei den Reparaturen wie bei der Zeiteinteilung!)

 

Gestern Samstag (18.2.) habe ich die Ruder endlich fertig, incl. Antifouling.

Und heute Sonntag wurden sie am Vormittag eingebaut und vor einer Stunde die Probefahrt – alles Ok J

Wir werden uns morgen Vormittag von einigen Freunden verabschieden, ausklarieren und natürlich vorher noch den Bericht ins Internet stellen.

Am Dienstag geht’s dann nach Norden zurück nach Martinique/Fort de France und dann weiter über Dominica nach Guadaloupe.

Dort treffen am 18.März Pur Walter und seine Freunde für 2 Wochen ein.

 

Trotz der „kleinen Problem“ die wir bisher hatten, die Karibik ist schon ein Hammer.

Waren ja bereits einige Zeit auf St Lucia mit dem Auto unterwegs (Linksverkehr!) und  sind in einsamen Buchten vor Anker gelegen, Schnorcheln, mit Einheimischen unterhalten,….. haben so die richtige Karibik kennengelernt.

Viele Wellblechhütten und dazu aber sehr viele schöne neuere Häuser und natürliche einige wunderbare Villen.

Das Leben ist in den letzten Jahren zwar auch um etliches teurer geworden (Lebensmittel,…) aber noch immer leistbar.

 

Die Natur selbst ist von überwältigender Schönheit und Vielfalt.

 

Fotos kann ich zur Zeit leider keine in die Homepage stellen, da ich noch immer keinen Akku für meinen Fotoapparat (Olympus) kriegen konnte – aber Ossi schickt mir mit Walter einen Neuen! (wenn ich Glück habe, und er sich trotz der Kälte in Österreich aus seiner Infrarotkabine rauswagt ;-) )

 

Fair Winds bis zum nächsten Mal

(Wir genehmigen uns jetzt zum Sonnenuntergang einen Rumpunsch, oder zwei, oder…..)

 

Bettina & Hans