Segeln in der Karibik 7

 

Freitag 13.Juli – Fort de France

Wir liegen seit einigen Tagen vor Anker und haben die Vorräte ergänzt, Wartungsarbeiten erledigt, Besorgungen für Angie und Jürgen gemacht und uns vor allem von den anstrengenden Tagen in Bequia erholt – aber der Reihe nach:

 

Di 22.Mai – Ossi und Judy sind nach Hause gefahren (wahrscheinlich zu einem „Würfelpokertrainingslager“ ;o)

An Bord tritt der Langfahrtsegleralltag in Kraft: Wäsche waschen, Unterwasserschiff reinigen, Motorservice, stehendes und laufendes Gut kontrollieren (alle Leinen!), Boot innen und außen reinigen, Ersatzteile besorgen,….

Und natürlich weiterhin soziale Kontakte knüpfen!

So z. Bsp mit Helga und Peter (SY Twiga), die uns zum Abendessen auf Ihren Kat einladen (Lammkeule, Gemüse und Kartoffelpüree - Lecker!) – und zu anschließendem Erfahrungsaustausch – wurde natürlich ein langer, feuchter Abend (hat aber eigentlich gar nicht geregnet :o) )

So. 3.Juni - 11:30 Großsegel rauf – Anker auf – und ab geht’s nach Bequia, wo wir Angie und Michi treffen wollen (in unseren Stauräumen sind auch eine Menge Sachen von Angie’s Wunschliste)

Nach Anfangs sehr gutem Wind, wird er ein bisschen „Launenhaft“.

Aber am Montag um 06:00 fällt in Bequia der Anker auf 2,5m Wassertiefe (und er sollte sich ziemlich lange nicht mehr sehen lassen – was wir zu der Zeit noch nicht ahnen konnten!)

Dienstag wird es etwas lauter in der wunderbaren Ankerbucht – eine Gruppe von 14 Kats mit jungen Leuten ist eingefallen und ankert nahe dem Strand (na ja – Ankern kann man diese Manöver eigentlich nicht nennen – was sich noch zeigen sollte!)

Viel Musik und Partystimmung auf den Booten.

Als am Abend etwas Wind (eigentlich nur ein „laues Lüftchen“) aufkommt gibt es richtiges „Hafenkino“ – Ein Kat nach dem anderen geht auf Drift – und dann beginnt mit einbrechender Dunkelheit eine hektische Ankerplatzsuche – Ja ein ordentliches Ankermanöver bei Tageslicht wäre ja nicht so abenteuerlich (hektisch und nervös) abgelaufen – viele Charterskipper scheinen aber für diese Art zu Segeln eine Vorliebe zu haben ;o)

Mittwoch – Angie kommt mit ihrem selbstgebauten Segeldingi an Bord – das Wiedersehen wird ausgiebig gefeiert .

Zurück zu Ihrer SY Kibe kommt Angie dann unter Schlepphilfe des Pink Panther Dingis – Segeln wäre nicht mehr zu verantworten gewesen („Rum – und Bierwind" mit mindestens 15 Beaufort !)

 

Ja und jetzt beginnt der ganz normale „Bequia – Wahnsinn“

 

Fast täglich gibt es am Abend einen Grund uns auf einem Boot, am Strand, oder in einer Bar zu treffen.

 

z.Bsp: Meeting auf MV Tscheldoy (ein altes Norwegisches Fähschiff – und Heim von Robin)

Robin (67), ein Crazy Engländer mit abenteuerlichem Lebenslauf (Mechaniker, Rennfahrer – F3 und GT 2) und seit etlichen Jahren auf Bequia als Fixman II (kann alles was irgendwie mechanisch ist reparieren!) sesshaft.

Natürlich in der Segelszene der Winward Islands ein richtig „bunter Hund“ – jeder Segler kennt Ihn!

Mit dabei in unserer Runde: Bernd von der SY Still Crazy (1.Treffen in Antigua), Shaun und Ally (SY Imagination, Bahia 47 Kat)

Danni, ein Local, hat Huhn Creole gekocht, und Angie zum Nachtisch Tiramisu – dazu feinsten Barbados Rum und Kubanische Zigarren!

 

Freitag – Local BarbequeTime

Bei Chicken Wings und Pork Tails (Schweineschwänzchen), dazu Hairon (Local Beer) treffen wir Iris und Heinrich (SY Sheitan of Tortula – 70‘‘ Ketsch) und Jürgen (Deutscher Auswanderer, betreibt einen Seglerladen in Bequia und ist Trans Ocean Stützpunktleiter).

Wir ziehen nach dem Essen durch Bequia – ist eine einzige Partymeile – Kneipe neben Kneipe – und landen in Angies Stammlokal bei Lucifer.

Stammgästen wird die Flasche Rum, Cola und Eis, dazu die Gläser auf den Tisch oder Barplatz gestellt – Selbstbedienung – und am Ende der Nacht wird angegeben wie viele Rum-Cola man hatte (Kosten EC$ 5 = € 1,50).

 

Sonntags gibt’s im „Riff“ in der Lower Bay immer ab 15:00 Beach Party – wir sind dabei!

Montag – nach dem Abendessen (Angie und Bernd sind unsere Gäste) bekommen wir gegen 21:00 Besuch von Martin (SY Wild One – in Salt Whistle Bay mit Ossi und Judy kennengelernt)

Er hat Gäste aus Grieskirchen (!!!!!) an Bord. Obwohl Wild One morgen früh wegsegeln will, wird es ein langer Abend!

 

Die Fußball WM geht auch nicht ganz spurlos vorüber – es werden etliche Spiele in geselliger Runde angesehen.

Durch die Zeitverschiebung sind die Spiele zur richtigen Zeit für den 1.Nachmittagsdrink (14:30)

Nach dem Fußball geht’s dann mit dem Dingi über die Bucht ins „Fig Tree“ zum Sundowner.

SOCONY – spielt mit seiner Gitarre und bringt Songs von Cat Stevens, Bob Dylan, Smokey River Band, Jimmy Hendrix, Eric Clapton,….

John, seinen Künstlername SOCONY (State Oil Company Of New York) hat er sich bei seinem 19jährigen Aufenthalt in den USA zugelegt. Wo er sich unter anderem in Denver, New York, Whistler Mountain,… sein Geld verdient hat – aber irgendwann war sein Heimweh größer…..

 

Zwischendurch mal ein bisschen Arbeit (Lazy Bag muss genäht werden, auch am Großsegel sind einige Nähte zum nachnähen.

 

Sonntag

Angie kommt zu Kaffee und Kuchen, Frank (SY Fieda) hat das gerochen und kommt auch.

Als Shaun und Allie dann mit Ihrem Dingi kommen, wird sofort ein Nachmittagsprogramm gestartet.

Shaun’s Dingi hat einen 30PS Außenborder und der eignet sich hervorragend zum Nachschleppen eines aufgeblasenen Reifens mit Besatzung!

Am Abend geht es dann gemeinsam zu Lucifer – wer Essen will muss sich selbst an den Grill stellen – Frank erledigt das für uns.

Jochen (SY Lyka), ein Deutscher der in Brasilien lebt, seit vielen Jahren segelt und letztes Jahr lange in Kuba war (passt super für unsere weiteren Pläne) gesellt sich zu uns.

Wir werden in der nächsten Zeit noch jede Menge Informationen und Adressen für unsere Kubareise erhalten :-)

 

Montag - In Bequia beginnt der Karneval mit einem großen Umzug – das müssen wir natürlich sehen - die Tonanlagen auf den LKW’s kommen mir irgendwie bekannt vor – war vielleicht mal was Ähnliches in meinem „anderen Leben“?

In „Tommy’s“ treffen wir Thomas und seine Frau (SY Heron – Antigua!) - gemeinsames Hairun und „Klönschnack“

 

Dienstag – Bettina hat bei Danny auf Tscheldoy „Kochkurs“ (Huhn Creole, grüne Muräne gebacken, Reis, Brotfrucht und Karibische Nockerl) – Das ganze „Gäste Team“ ist begeistert.

 

Mittwoch:  Socony spielt ab 17:30 wieder im Fig Tree

Dazu gesellt sich Garvin mit seinem Tenorsaxophon und Frank mit Gitarre

Eine herrliche „Jam-Session“ nimmt Ihren Lauf.

Weitere Segler gesellen sich zu unserer Truppe, darunter auch Anna-Karin und Hakan (SY Unicorn)

Sie waren lange Zeit mit Hannes und Sabine (SY Cayenne – Marmaris) unterwegs.

Sundowner morgen auf Pink Panther zum Erahrungsaustausch ;-)

Als Socony „Hero“ von Enrique Iglesias anstimmt müssen wir tanzen. Auf den Tag genau vor 10 Jahren sind Bettina und Ich das 1.mal ausgegangen – und Hero war damals unser beider Lieblingslied.

Ein weiterer Grund zum Feiern!

Dazu Rum, Zigarren, eine herrliche Mondnacht und eine Menge Freunde rundherum,…..

 

Donnerstag – Sundowner mit Anna-Karin und Hakan

Wir senden Sabine und Hannes (SY Cayenne) ein Grußfoto und Glückwünsche. Die beiden sind gerade in rund 50 Tagen die Strecke von Hawai nach Vancouver gesegelt – Respekt!

 

Freitag Frank kommt mit dem Dingi längsseits – kommt ja öfter auf Kaffee (und nimmt dann immer Kekse,.. mit) – aber diesmal kommt er aus der „Stadt“ und hat leckeres Pistazien und Rum-Rosine Eis dabei!

 

Abends kommen Bernd und Daniela (SY Shangri La), Österreicher, vorbei - Beginn einer "Nächteraubenden Freundschaft"

 

Bettina hat sich ein Haustier zugelegt. Eine Möwe, die dauernd um und auf dem Boot herumstreicht. Wenn es mit dem Frühstück etwas später wird, dann gibt es lautstarkes Protestgeschrei. Genauso, wenn beim Essen nichts abgegeben wird!

 

Wieder ein Abend mit Socony im Fig Tree

Diesmal mit Begleitung von Frank und Mika (Segler aus Franz. Guyana und hervorragender Flamencospieler)

 

Freitag - Vollmond – Barbeque Time – diesmal von Segler für Segler am Strand

Wir starten um 15:30 – damit kein Stress beim Sundowner aufkommt ;o)

Bernd ist „Grillmeister“ und hervorragender „Grillbauer“

Jeder der kommt, bringt was mit (Nudelsalat, Hühnchen, Brot, Gurcamole, Tzatziki, Kotelettes, Schweinemedaillons,….)

Franz zusätzlich seine Gitarre und Jochen seine „Musikmacina“ und Rum aus Kuba, …

Pink Panther den „Erst Hilfe Koffer“ (man weiß ja nie) – Inhalt: Hairon, Rum und Cola!

Eine wunderbare Vollmondnacht – natürlich mit Mitternachtsbad!

Ende der Party gegen 03:30 (vor Sonnenaufgang – sind ja keine „Hollodries“ ;o) )

08:30 – Schei…    Bettinas Möwe macht Krach – hat Hunger! – Nach Fütterung wieder Ruhe!

 

Sonntag: Fussball Spanien – Italien

Die ganze Bande ist wieder versammelt. Bernd war angeblich gestern nicht richtig ansprechbar – hatte anscheinend am Freitag eine Rum-Cola Allergie aufgeschnappt – hätte sich als Arzt wohl doch besser an den Erste Hilfe Koffer von Pink Panther gehalten ;o)

 

Montag: Nachmittags Kaffee und „Bordgemachten“ Mangokuchen auf Shangri La

Tausch von Musiktiteln bzw. Austausch von Archivierungsmethoden.

Nebenbei gibt’s Mangococktail und Bern holt Kuba Rum und richtig „fette“ Cuba-Zigarren aus seinem "Tresor"

Jochen erscheint und gibt seine „trockenen Meldungen“ zum Besten – herrlicher Nachmittag.

Ab 18:00 gibt’s auf der Tscheldoy Sundowner.

Jay (SY Queen of Bequia)eine Kanadierin hat zum Abendessen geladen.

Angie hat wieder Ihr herrliches Tiramisu gemacht.

Dazu noch eine Zigarre, Robins Rum und Live Musik von SOCONY und Frank

 

Dienstag – Heute steht der Besuch bei Wolfgang (MV Oceanwolf – ein ehemaliges 40m Bäderschiff, umgebaut für private Zwecke) an.

Wolfgang ist der ehemalige Besitzer des Hochseeschleppers Seawolf, mit dem er in früheren Jahren sein Geld verdient hat und den er dann an einen amerikanischen Millionär verkauft und für Ihn umgebaut hat .

Wir haben dieses Luxusgefährt bereits im Mittelmeer einige male gesehen (Zakynthos – Ossi,…)

Allein die Kosten für Spachtel und Lackierung des Rumpfes betrugen $ 4.000 000

Extremer Luxus Pur beim Innenausbau! - Dabei wird dieses Schiff nicht für Charter, sondern nur für die Familie des Eigners verwendet (er hat zum Segeln auch noch eine 90‘‘ Segelyacht!)

Aber auch die Oceanwolf von Wolfgang ist ein sehr luxuriöses Schiff, eher ein schwimmendes Luxushotel (aber auch kein Charter – Privatboot!)

 

Mittwoch 4.Juli 16:00

Nach dem Angie Ihre Wunschliste deponiert hat sieht endlich der Anker wieder Tageslicht.

Segel setzen und ab geht’s Richtung Martinique.

Der Törn ist voller Abwechslung, immer wieder Gewitterböen und wechselnde Windstärke (5-30Kn)

Donnerstag 11:45

Fort de France ist erreicht – Anker runter

 

Die nächsten Tage vergehen mit Erholung von Bequia.

Ein neuer Sitzpolsterüberzug muss genäht werden (Neptun hat sich einen geholt für seine Sitzecke!)

Besorgungen für Angie und Jürgen, Einkauf von Lebensmitteln.

Ja und heute um 21:30 beginnt ein neues Kapitel – Simon und Anja kommen!