KUBA II „Melitta & Willi“

 

Nach Pannenfreier Rückkehr nach Cienfuegos wird das Dingi repariert. Die Verbindung zwischen PVC Boden und Gummiwulst ist im Bugbereich stellenweise aufgegangen (nicht das 1. Mal L).

Mit Willis tatkräftiger Unterstützung wird auch dieses Problem gelöst.

Beim Promenadenbummel am nächsten Tag sieht man, warum Kuba im Olympischen Boxsport (Amateure!) Spitze ist. Die Kids beginnen sehr früh mit dem Training in Clubs und tragen Schaukämpfe vor den Clubs und am Strand aus.

Am Abend legen wir in Cienfuegos ab und machen uns auf zur Nachtfahrt nach Cayo Largo. Kurz vor der Ankunft am Morgen machen sich Willy und Melitta mit Morgengymnastik fit. Dort wird natürlich wieder Cayeria Los Majaes, die Insel mit dem „Schneeweißen Sand“ besucht. Ein besonderes Highlight für Melitta, arbeitet Sie doch täglichim Quarzwerk Dornetshuber mit Sand besonderer Güte.

Die Weiterreise zum Canal de Rosario wird bei herrlichem Segelwetter (8-10kn Fahrt) zum „Nachdenken“ genutzt.

Dort vor Anker bekommen wir von Kubanischen Fischern, die längsseits an Pink Panther festmachen, Besuch. Wir erhalten im Tausch für Rum, Seife und andere Kleinigkeiten jede Menge fangfrischen Lobster.

Als sich dann auch noch Carel, einer der Fischer, bereit erklärt für uns „Lobster a la Creola“ zuzubereiten, ist für den Abend alles klar. Die Fischer legen ab und gehen ihrer Arbeit nach, Carel wird dann später wieder abgeholt.

Nach Carels Anweisungen zerteile ich die Lobster und er bereitet ein leckeres Abendessen in der Kombüse von Pink Panther zu. Die Zubereitung wird natürlich genau dokumentiert, um zu späterer Zeit alles nachkochen zu können.

„Lobster a la Creola“ ein Genuß!

Am nächsten Morgen geht es weiter nach Cayo Campos, wo wir bei der Fischerstation kurz festmachen, um uns erneut mit Fisch (Willi will, kann aber nicht! – Fische fangen!) und Lobster zu versorgen. Rum und Zigarren sind neben Zahnbürsten, Seife, Duschgel, ... sehr beliebte Tauschobjekte.

Bei der Weiterfahrt zum Ankerplatz passiert es. Unter Fock laufen wir, während der Skipper unter Deck einem menschlichen Bedürfnis nachgeht, auf eine Sandbank auf. Mit eigener Motorkraft ist nichts zu machen, aber mit dem Dingi wird Schlepphilfe organisiert. Ein Fischerboot zieht uns von der Sandbank – Bergelohn? – für diese Fischer eine Selbstverständliche Tat und damit gratis – Na ja die 2 Flaschen Rum nehmen sie dann gerne entgegen.

Am Ankerplatz von Cayo Campos gibt es zum Frühstück Palatschinken – ja Melitta ist an Bord und versorgt den Skipper standesgemäß – Danke!

Dafür gibt’s Nachmittag‘s einen Ausflug auf eine Sandbank und dann auf die Insel Rosario.

Nach einer kurzen Wanderung versuche ich mich als Vodoo-Priester, Willy möchte ja einen Fisch fangen – Na ja man kann ja mal einen kleinen „Ruf an die Geister“ loslassen.

Und es wirkt! – Am nächsten Morgen, bei der Fahrt zum Cayo Cantilles geht uns ein prächtiger Barracuda an den Haken. Nach eingehender Besichtigung wird er wieder seinem Element Wasser übergeben (lebend natürlich!).

Auf einen Verzehr verzichten wir wegen der Gefahr von „Ciguatera (CTX) Cigantocin“

 

Der Name dieser gefürchteten Krankheit , die durch den Genuss bestimmter Fische hervorgerufen wird, entstammt einer kubanischen Bezeichnung für das Gift von Seeschlangen. Dinoflagellate, mikroskopische Kleinstlebewesen, scheinen besonders stark auf zerbrochenen Korallen das Ciguateragift zu bilden. Das Gift wird unbeschadet von algenfressenden Rifffischen aufgenommen und reichert sich im weiteren Verlauf über die Nahrungskette in Raubfischen an, wo es besonders unter der Haut, im Kopf und den Bauchlappen gespeichert wird. Auch im menschlichen Körper kann sich dieses Nervengift in kleinen Mengen unbemerkt ansammeln ohne Vergiftungserscheinungen hervorzurufen. Ist aber die Toleranzgrenze erreicht, genügt schon der Verzehr eines relativ schwach belasteten Fisches, das Fass zum Überlaufen zu bringen. Die Symptome setzen 1-24 Stunden nach der Giftaufnahme ein und bestehen Hauptsächlich aus der Umkehr des Warm-Kalt-Empfindens, Erbrechen, Krämpfen, Durchfall, Zahnschmerzen, metallischem Geschmack im Mund, bis zum Haar ausfall. In schweren Fällen können Herzbeschwerden, Lähmungen und Gehirnschwellungen auftreten. Diese schwere Vergiftung erstreckt sich über Wochen oder Monate und verläuft nicht selten tödlich. Eine medizinische Versorgung ist bereits beim Auftreten der ersten Symptome dringend erforderlich.

Die medizinische Versorgung bestand bis vor kurzem nur in der Behandlung von Symptomen.

Leider ist auch heute wenigen Ärzten bekannt, dass es - gemäß nachfolgend Aufgeführter Veröffentlichung - eine vielfach bewährte Möglichkeit gibt den Vergiftungserscheinungen entgegenzuwirken:

 

Am 13.Mai 1988 erschien im Journal of the American Medical Association auf Seite 2740-43 ein Artikel von verschiedenen Autoren unter der Überschrift „Successful Treatment of Ciguatera Fish Poisoning with Intravenous Mannitol“, in welchem berichtet wurde, dass nach intravenöser Gabe von 50ml – 250ml 20-prozentigem MANNITOL selbst schwere Fälle von Ciguatera-Vergiftungen innerhalb von 48 Stunden, leichtere Erkrankungen in weniger als 24 Stunden symptomfrei waren.

 

Genug Wissenschaft, Melitta gönnt sich lieber ein Nickerchen um für den Besuch der Naturschützer auf Cayo Cantilles fit zu sein. Nach einem Spaziergang auf der Insel besuchen wir dann die Naturschützer in ihrem Heim. Diese 3-5 Männer leben 2-3 Wochen unter spartanischen Verhältnissen und dürfen dann für 5-6 Tage zu Ihren Familien fahren. Da sie extrem enthaltsam leben, freuen sie sich über jedes kleine Geschenk, ganz besonders über Lebensmittel (Pasta,…)

Auf Cantiles leben neben den Naturschützern auch Affen und jede Menge Jutias (Baumratten, die bis zu 50cm groß und 10kg schwer werden können). So lange sie klein sind werden diese „putzigen Gesellen“ auch gerne als Haustiere gehalten.

Zurück an Bord wundert sich Melitta wo das restliche Lobsterfleisch hingekommen ist.

Natürlich schon weiterverarbeitet, heute gibt es Spaghetti mit Lobster – Alles Klar?

Am nächsten Morgen geht es weiter nach Cayo Rico mit seinem Tagesrestaurant, das aber nur bei sehr gutem Wetter angesteuert werden kann. Bei unserer Ansteuerung des Ankerplatzes hat unser Kiel, trotz nur 1,2m Tiefgang, mehrfach kurzen „Sandkontakt“.

Neben unzähligen Leguanen leben auch viele große Greifvögel auf den Cays.

Willi schmeckt offensichtlich der Mittagssnack – „Hey Großer, wir wollen auch was abbekommen!“ scheinen diese Beiden Leguane zu fordern.

Nach dem Essen, es kommen auch die „Tagestouristen mit ausflugsbooten von Cayo Largo zum „Leguanschauen“, gibt es dann mit den Essensresten große „Raubtierfütterung“.

Wir fahren (ohne weiteren Sandkontakt, aber bei Tiefen um 1,4m) zurück nach Cayo Largo, wo wir in der Marina festmachen. Wir müssen vor unserer Rückreise nach Cienfuegos wieder ausklarieren.

Während die Damen die Touristenläden unsicher machen, nähen Willi und ich an der Fock den UV-Schutz nach. Abends gibt es dann hervorragendes „Seafood“ (Lobster, Krabben und Fisch) im Restaurant, dass uns Pire empfohlen hat.

Am nächsten Vormittag geht es Ostwärts, wobei wir noch einen Bade- und Nachtstop auf Cayo de Dios einlegen wollen. Da wir aber dort auf starken Nordwind und eine entsprechende Welle treffen, es keinen geschützten Ankerplatz gibt, fahren wir direkt weiter nach Cienfuegos. Gegen Mitternacht fällt dann nach mehrmaligem Aufkreuzen vor der Marina der Anker.

Nach einem entsprechenden „Manöverschluck“ (natürlich nur Medizin!) geht es dann in die Kojen.

Durch die Nachtfahrt bleibt natürlich ein Tag mehr in Cienfuegos, der von den Damen sofort zum Stadtbummel genutzt wird. Am späten Nachmittag wird dann die Marinabar besucht. Mal sehen, ob der Mojito noch immer so gut schmeckt, wie vor 2 Wochen?

Am Abend machen wir uns dann auf den Weg in die Stadt. Nach dem ausgiebigen Mojito-Test ist ein Fußmarsch nicht mehr ratsam und wir heuern Tequilla an, um uns in die Stadt zu bringen.

Ok – Tequilla ist das Pferd, und es bringt uns Unfallfrei zum Abendessen und auch wieder zurück zur Marina.

Ja! Willi und Melitta, morgen geht’s nach Havanna, wo am Abend euer Flug zurück nach Österreich startet.

Nein! Natürlich nicht mit Tequilla, sondern einem ordentlichen Taxi (und hoffentlich ohne Panne!)

Da unsere Aufenthaltsgenehmigung abläuft bleiben wir noch 3 Tage vor Anker und machen uns dann auf den Weg nach Grand Cayman.

Außerdem soll ja dort noch einiges Geld von Österreichischen Gewerkschaftsmitgliedern auf den Konten der Banken „herumliegen“ – mal sehen ob wir was finden ;o)