KUBA 1 „Ossi & Tschudy“

 

Anker auf in Montego Bay am 16.Dezember 17:00

Nach 45 Stunden legen wir in Cienfuegos, nach 296sm Segelstrecke, an und es beginnen die Einklarierungsformalitäten.

Wie sich herausstellt, sind die Beamten sehr höflich und zuvorkommend. Auch Ihre Hilfsbereitschaft ist sehr groß. Es sollte sich über unsere gesamte Aufenthaltsdauer nichts ändern.

Eine große Hilfe war natürlich Ramiro, dem Dockmaster, der ein guter Freund unseres Freundes Jochen von SY Lycka ist.

Gegen 18:30 waren alle Formalitäten erledigt, inklusive Besuch eines Drogenhundes (Na ja, erst die Viecher süchtig machen, und dann müssen sie sich Ihren Stoff selbst suchen J) der gleich mit Bettina gut Freund war.

Die „Schnüffelei“ der Beamten in den diversen Vorratslagern hielt sich auch sehr in Grenzen (trug da das angebotene „Deutsche Bier“ auch dazu bei? ;o) )

Wir legen dann Pink Panther vor der Marina vor Anker und gehen an Land. Wir müssen noch für Morgen eine Fahrgelegenheit nach Havanna organisieren, da Ossi und Tschudy gegen 16:00 am Flughafen eintreffen werden (OK, das Wichtigste das kommt, sind die Taschen mit besonderem Inhalt – Ersatzteile,…) J

Ach Ja, Zigarren und „Medizin“ müssen auch noch besorgt werden.

Am Samstag geht es dann um 08:00mit unserem Fahrer Marsito und seiner Schwester Beatrix (die Englisch spricht!) in einem Buick aus den 50igern ab nach Havanna (Man reist „Kubagemäß“).

In Havanna ist unser Quartier nicht verfügbar, werden aber sofort Hilfsbereit an Senora Caridad weiter vermittelt – Das sollte sich in Folge noch als wahrer Glücksfall erweisen. Sie kann nämlich in ihrem Haus bis zu 8 Personen in 4 sauberen Doppelzimmer unterbringen (normalerweise gibt es in Kuba in den Privatquartieren max. 2 Doppelzimmer) – was für unsere weiteren Besuche (mit Gästen) in Havanna ganz wichtig ist. Außerdem sind wir in unmittelbarer Nähe vom Capitol und der Altstadt mit den Mojito - und Daiquiri - Bars J

Wir fahren dann gleich zum Flughafen und holen unsere Mühlviertler ab. Unsere Zimmer liegen im 2.Stock und haben sogar eine kleine Dachterrasse mit Ausblick auf das rege Treiben auf einem der vielen Plätze in Havanna.

Nebenbei wird auch gleich Ankunft gefeiert – mit Zigarren und „Medizin“

Medizin? – Ja, das ist „Legendario“, ein besonderer Rum, wirklich.

Von seiner, fast süchtig machenden Wirkung werden auch unsere späteren Gäste ein „Lied“ singen können (besonders nach nachhaltigem Genuß selbiger!)

Nach einem kurzen Spaziergang durch die Stadt und dem Abendessen im El Guajirito – ein sehr gutes Lokal in Havannas Altstadt, gibt es noch eine Zigarre und Medizin auf der Terrasse – Ossi & Tschudy sind ja auch ein bisschen „geschlaucht“ vom langen Flug.

Ja und die Wirkung der Medizin …

Am Morgen geht es nach dem Frühstück mit unserem 50iger Buick ab nach Cienfuegos – ca. 280km!

Nach 30 km auf der „Autobahn“ der 1. außerplanmäßige Stop: Der Schlitten will nicht mehr so richtig - Also wird zur Sicherheit mal Öl gewechselt – nach Kubaart!

Am Standstreifen wird der Ölschrauben geöffnet (Vorsicht Heiß!) – wen das Öl ausgelaufen ist, das Fahrzeug rückwärts schieben und den Ölschrauben wieder anziehen – dann Öl nachfüllen und es geht weiter.

Aber nur ca. 10km – wieder Halt!

Das Problem scheint doch ein anderes zu sein.

Nach einigen Telefonaten ist eine Lösung gefunden – ein anderes Taxi wird angehalten und schleppt uns auf der Autobahn in Richtung Cienfuegos. Mit Tempo 100 (Tempolimit in Kuba!) und 5m Abschleppseil geht es 150 km auf der Autobahn flott dahin. Bei der Abfahrt nach Cienfuegos werden wir dann von einem anderen Wagen weitergeschleppt. Auch diese 80km werden zügig und ohne Probleme auf einer Landstraße mit gemischtem Verkehr (LKW, Busse, PKW, Traktor, Eselkarren, Ochsenkarren und Fahrräder) hinter uns gebracht.

Fazit: „Normale Fahrzeit“ Havanna – Cienfuegos ca. 4 Std. - „Pannenreisezeit“: nur 5,5 Std - ganz passabel!

In Cienfuegos geht’s dann gleich mit dem Dingi an Bord, wo bei Sonnenuntergang noch das „verspätete Jamaika-Christkind“ für Überraschung sorgt.

Zum Abendessen geht es dann an Land, wo bei Cuba Libre und Musik entspannt wird.

Montag – nach dem Marktbesuch zum Ergänzen von Frischobst und Fleisch, geht es gegen 16:00 von Cienfuegos 90sm nach Cayo Largo del Sur. Einem Sonnenuntergang folgt ein Sonnenaufgang auf hoher See und um 10:00 machen wir nach einer schönen Nachtfahrt kurz in der Marina von Cayo Largo fest, um uns anzumelden. In Kuba muss man sich in jedem Hafen An- und Abmelden, was aber sehr einfach und schnell geht.

Hier lernen wir auch den Hafenmeister Pire kennen, ein Freund von Ramiro – und jetzt auch unser „Freund und Helfer“ in allen Belangen – wie sich noch herausstellen wird J

Dann in der Bay vor Anker liegend, sieht es auf Pink Panther nach Arbeit aus.

Während Ossi und ich unseren „stärkeren“ Außenborder mit den gelieferten Ersatzteilen fahrtüchtig machen, versucht sich Tschudy mit Erfolg am Barometer (LED Anzeige) und mit mäßigem Erfolg an der Frischwasseranzeige (geht, geht nicht, geht,…)

Nach der verdienten Mittagsjause machen wir dann einen Ausflug auf Cayeria Los Majaes – Sand, Leguane, herrliches Wasser,…

Nach einem schönen Sonnenuntergang werden bei Zigarren und Medizin die Würfel „unter Druck“ gesetzt – um es vorweg zu nehmen – die haben geübt und sind harte Gegner geworden ;o)

Nach dem Frühstück werden die Segel gesetzt und Kurs auf den Canal de Rosario genommen.

Ossi gibt die Schleppangel raus und freut sich nach kurzer Zeit über seinen 1. Biss.

Also für das Abendessen reicht der aber nicht!

Lass mal den Skipper ran! – So jetzt ist das Abendessen gesichert.

Aber, aber! Wer wird den schmollen?

Ossi und Tschudy versuchen dann noch mal Ihr Anglerglück – aber für heute haben wir genug!

Da Pink Panther bei achterlichem Wind super läuft (8Kn) fällt bald darauf der Anker und ich widme mich der Bordroutine – der Außenborder braucht einen neuen Propeller.

Dann fahren wir an Land und erkunden Cayo del Rosario.

Am Abend geht ein Fischer nahe uns vor Anker.

Nach dem Fischmahl runden ein herrlicher Sonnenuntergang und die darauf folgende Vollmondnacht, das Erlebte ab.

Der nächste Morgen: Segel rauf, Anker hoch und Richtung Norden durch den Canal de Rosario.

Pink Panther läuft mit 7Kn, also die Schleppangel raus – und Hoppala, die Leine ist noch gar nicht ganz abgewickelt, schon ist starker Zug drauf – es wird doch nicht? Nicht nach 10 sec?

    Doch!   Und wie sich herausstellt, ein ca. 8-10kg schwerer Red Snapper – einer der besten Speisefische - will heute einen Liegeplatz auf unserem Grill.

Ja Tschudy, jetzt bist Du dran - „Aber Du fängst ja eh nix“ hat da ja EINER im Mühlviertel zu Dir gesagt!

Ossi und ich setzen derweil unseren Genacker, da wir nach dem Kanal Kurs West gehen und „Rückenwind“ mit 15 Kn haben. So sind wir dann auch wieder sehr schnell am Ankerplatz in Cayo Campos, wo wir 2 Tage & Nächte (mit Zigarren, Medizin und Würfel) bleiben werden.

Als wir uns dann wieder Richtung Osten auf den Weg machen versucht Tschudy wieder sein Glück.

Ja und er fängt einen richtigen „Brocken“, was dann für den Skipper eine Menge Arbeit bedeutet.

„Na – dem „Mühlviertler“ kannste was erzählen!“

Wir besuchen dann noch Cayo Rico, wo die Leguane haufenweise herumlaufen.

Von Cayo Largo geht es dann Richtung Cienfuegos zurück, wobei wir auf halber Strecke einen Nachtstop vor Cayo de Dios einlegen. Nach dem Anlanden mit dem Dinge sind wir etwas erstaunt, auch diese, total unwirtliche Insel birgt jede Menge Flora und Fauna – die Natur ist manchmal schon ein Rätsel.

Noch mal ein herrlicher Sonnenuntergang auf Pink Panther, und morgen geht es in aller Früh zurück nach Cienfuegos.

Samstag 2.Feb – wir fahren wieder von Cienfuegos nach Havanna.

Nein!!! Kein Taxi, wir nehmen lieber ein Mietauto und ich fahre selbst!

Um 13:00 beziehen wir wieder unser Quartier bei Senora Caridad.

Bettina, Tschudy und Ossi machen einen Stadtbummel und ich mache mich auf den Weg zum Flughafen – Melitta und Willi kommen um 15:35 aus dem kalten Österreich um sich zu wärmen ;-)

Begrüßung, Quartierbezug, Medizin auf der Dachterrasse,…

Am Abend noch ein kurzer Besuch im El Guajirito und dann zurück auf die Dachterrasse – Melitta und Willi sind total müde, wir aber genießen den Ausblick auf das rege Leben auf dem Plaza unter uns mit einer Zigarre und Medizin!

Gut Ausgeschlafen geht es nach dem Frühstück mit dem Auto Richtung Westen .

Pferdewagen, alte Autos, „verwunschene Bäume wie aus alten Märchen“, Kubanische Straßenverhältnisse und, wie in Österreich - Polizei (mehr oder weniger gut versteckt!)

Als sich gegen Mittag der Hunger meldet, ist schnell ein passendes Lokal gefunden.

Die Provinz Pinar del Rio – eine Landschaft mit sanften Hügelketten und mattgrünen Tabakfeldern wirkt betörend – auch für Nichtraucher. Pinar del Rio ist ja das Mekka der Zigarren „Aficionados“, denn hier wird der weltbeste und teuerste Tabak geerntet.

Ja und noch eines gibt es hier im Überfluss: Palmen.

Kuba verfügt über mehr als 30 verschiedene Palmenarten.

Und da ist dann noch Vinales. Wie „Elefantenbuckel“, so sagen die Einheimischen, steigen die Grün bewachsenen Berge der Sierra de los Organos aus der roten Erde des weiten Vinales-Tals .

Die einzelnen Kalksteinfelsen, „Mogotes“ genannt, erreichen Höhen von bis zu 400m und sind rund 160 Mio Jahre alt. Mehr dazu in einem der nächsten Berichte.

Quartier wird wieder in einer Privatunterkunft, von denen es in Kuba mittlerweile viele gibt, bezogen.

Sauber, preiswert und mit Familienanschluss - wie bei Emilino Marquez Soto, von seinen Freunden nur „El Papo“ gerufen. Mit Ihm werden wir bei einem späteren Besuch noch einiges erleben.

Das Abendessen, das seine Frau und die Nachbarin zubereiten, ist mehr als reichhaltig und gut!

Suppe, Fisch, Reis, Bananenchips, Salat,…

Wir besuchen dann am nächsten Tag noch in Pinar del Rio eine Zigarrenfabrik (Fotografieren strengstens verboten!) und fahren dann zurück nach Havanna.

Eines ist sicher, beim nächsten Besuch bleiben wir etwas länger bei El Papo.

Da der Urlaub von Ossi und Tschudy zu Ende geht und sie morgen wieder ins nass-kalte Österreich fliegen, wollen wir uns noch ein bisschen in Havanna (Bars!)umsehen.

Das geht am stilvollsten mit dem „Coco-Taxi“.

Vorbei am Capitol, diversen Prachtbauten aus der „Blüte der Zuckerrohrzeit“ und immer wieder alten „Ami-Schlitten“ geht es durch den regen Stadtverkehr von Havanna.

Die Rundfahrt endet (?) natürlich in der Casa del Ron – der Havanna Club Fabrik.

Bei Salsa – Live – Musik schmeckt das Cuba Libre natürlich gleich doppelt so gut (darum wurden auch mehrere getrunken!)

Auf dem Weg durch die Altstadt entdeckt Bettina dann einen großen Pink Panther in einer Auslage – mal fragen was der kostet – ist unverkäuflich – nur Dekorationsstück, wie so manches andere in diversen Auslagen der Geschäfte – man zeigt was der Kubaner nicht hat ;-)

Diese Skulptur erinnert mich an???

Ja genau! Wo ist die nächste Mojito-Bar , ich muss mich unbedingt hinsetzen.

Eine Bar ist schnell gefunden, der Mojito ist bestens und dazu eine grandiose Band die aufspielt.

Da sind Willi und Ossi nicht zu halten und müssen natürlich sofort mitmischen.

Wie es aussieht hat Willi halt auch noch was anderes als Eisenbahn „im Blut“.

Der Barmixer hatte dann noch einiges zu tun an diesem Abend.

Dienstag Vormittag – kein Kopfweh – also doch nur gutes Zeug getrunken!

Wir verabschieden uns von Ossi und Tschudy. Sie werden in ein paar Stunden mit dem Taxi zum Flughafen fahren, und wir machen uns gleich jetzt mit Melitta und Willi auf nach Cienfuegos. Dort ist Pink Panther startbereit für den nächsten 14-Tagestörn mit unseren Gästen.

Aber das ist dann wieder eine andere Geschichte J

PS: Das Würfelduell endete diesmal mit 1 Sieg Vorsprung für die „Mühlviertler Ratz’n“ – Revanche J