Grand Cayman

 

Samstag 23.Februar 17:00

Nach 3 weiteren Tagen in Cienfuegos Klarieren wir aus und verlassen Kuba Richtung Grand Cayman.

Am Montag machen wir gegen 08:00 nach einem schönen Segeltörn in Georgetown an einer der vielen Bojen fest. Das Einklarieren dauert bis 12:00, da ein Kreuzfahrtschiff eingetroffen ist - das hat Vorrang.

An manchen Tagen liegen in der Bucht von George Town bis zu 7 dieser gigantischen Schiffe.

Der Jahresdurchschnitt liegt laut Auskunft der Coast Guard bei 3,6 Schiffen/Tag :-), wobei jedes Kreuzfahrtschiff eine Gebühr von US$ 100 pro Passagier bezahlen muss.

Für Privatyachten sind in Grand Cayman keinerlei Gebühren zu entrichten, auch die Bojen sind gratis. Das war’s aber dann schon mit Gratis oder Günstig.

Georgetown, eigentlich die ganze Insel ist ein „Sauteures Pflaster“.

In der Bucht konnten wir auch gleich die „Neueste Trendsportart der Reichen“ bewundern.

Man schwebt auf einem Wasserstrahl 5-10m hoch über dem Wasser. Die Pumpeinheit zieht man mit einer Leine und dem Wasserschlauch auf einem kleinen Boot mit. Die Steuerung erfolgt über eine „Rucksackähnliche“ Einheit.

Wir machen lieber einen Stadtbummel – jedes 2.Geschäft ein Juwelier- und Uhrenladen. Dazu Boutiquen und kleine Souvenier Läden mit total überhöhten Preisen. Man lebt hier, falls man kein Banker ist, hauptsächlich von den Kreuzfahrttouristen.

In jedem der modernen Großbauten sind 20 und oft auch mehr Firmen mit pompösen Schildern untergebracht.

Nichts für uns – wir machen uns am nächsten Morgen auf den Weg zur großen Bucht im Norden, dem North Sound - Eine, von Riffen gänzlich eingeschlossene Bucht (nur 2 schmale Einfahrten) von 5x5sm und einer max. Wassertiefe von 3,5m. Ein herrliches Schwimm- und Schnorchelrevier. Wobei die Caymans bei den Tauchern ja sowieso einen besonders guten Ruf haben.

Wir verbringen einige Tage in der Harbour House Marina um den Generator, der nur mehr „Unrund“ läuft, zu reparieren.

Wir haben auch die „Chance“, vom Dingi aus die „kleinen Villen“ an der Waterfront zu bestaunen.

Wie wir in Gesprächen mit Einheimischen erfahren haben, haben die meisten „Caymaner“ ihre Häuser an die Reichen vermietet und leben selbst in Miami, oder arbeiten in Ihrem Haus als „Housekeeper“.

An „Arbeitern“ findet man meist Filipinos, Jamaikaner, …

Und alle mit denen man spricht, jammern über die extrem hohen Lebensmittelpreise.

Bei einem Besuch im Supermarkt konnten wir uns selbst davon überzeugen, es gibt alles was man sich vorstellen kann J – aber zu Preisen L (mind. 2-3fache Österreichische Preise).

Aber was soll’s, wir brauchen noch einige Lebensmittel, um in den nächsten Wochen unsere Gäste auf Kuba ordentlich versorgen zu können.

Die Marina dagegen war bei all dem gebotenen Service (+ sehr sauber und alle Personen sehr hilfsbereit) mit US$ 26/Tag eigentlich sehr günstig.

Nach erfolgter Reparatur ankern wir dann direkt hinter dem Riff, unmittelbar vor der „Stingray City Sand Bar“.

Bereits während des Ankermanövers schließt ein großer Delfin mit Pink Panther Freundschaft. Ich gehe dann ins Wasser um ein paar Aufnahmen aus nächster Nähe zu machen.

Bei aller Anmut und Schönheit darf man aber nicht vergessen, dass das Wildtiere sind, die sehr gefährlich sein können (speziell Einzelgänger) – und auf keinem Fall in das Klischee von „Flipper“ oder den Delfinen in den Delfinarien passen.

Bettina und Ich schwimmen dann die 50m zur Sandbank (Wassertiefe ca. 1m), wo sich bereits eine Menge Touristen im Wasser befindet.

Und plötzlich sind sie da! Hunderte Stingray Rochen in allen Größen (bis 2m!) und wir mitten drin. Diese eleganten Tiere „schweben“ richtig im Wasser und lassen sich auch berühren. Sie suchen die Nähe der Menschen, da sie auch von den Guides der Touristenboote mit Fischstücken gefüttert werden.

Auch wir erhalten von Mike (Guide eines Ausflugskatamarans) einige Leckerbissen für die Rochen. Die „Attacken“, um die begehrten Leckerbissen zu erhalten, sind völlig harmlos.

Nach mehr als 2 Stunden staunen, schwimmen wir wieder zurück zu Pink Panther – unser Delfin umkreist Pinki nach wie vor. Als wir dann „Anker auf“ gehen und Kurs auf „Rum Point“ nehmen, begleitet er uns die ganze Strecke an backbord. Vor Anker bleibt der Delfin noch einige Zeit beim Boot, aber irgendwann ist er dann weg.

Wir gehen mit dem Dingi an Land, in Rum Point muss man gewesen sein.

Ein Bier (0,25 l!) US$ 6,30, diverse Rumpunsch (0,25l) US$ 15,80 - Wo ist die nächste Bank?

Am Abend treffen wir an der Bar Mike und seine Freunde. Beim Cuba Libre erzählen sie uns so nebenbei, dass sie eigentlich in Missouri leben, aber 20-25mal im Jahr auf die Caymans zum Fischen und Relaxen kommen, da sie da „kleine Häuser an der Waterfront“ besitzen. Na ja, und ein Privatjet muss ja auch bewegt werden ;o)

Trotz Ihres offensichtlichen Reichtums sehr nette Leute, mit denen man gemütlich an der Bar rumhängen kann (und bei denen die Begleichung der Rechnung an der Bar ihrer Kreditkarte keinerlei Probleme machte – danke für die Einladung J)

Nach etlichen Sundownern fragen sie, ob sie uns vielleicht morgen, bevor wir die Caymans verlassen, noch an Bord besuchen dürfen? Sie würden ganz gern sehen wie Langfahrtsegler so leben, und vor allem möchten sie uns einige Sachen für Kubaner mitgeben.

Am nächsten Morgen gehen sie mit einem Ihrer „Fishing Boats“, einem ca. 8m langem Motorkatamaran (2x300PS) längsseits und haben jede Menge Sachen für unsere Kubanischen Freunde dabei (Wasserwaage, 2-Taktöl, Spielsachen, diverse Werkzeuge,… - und alles praktisch Neuzustand!). Bei dieser Gelegenheit wechseln auch etliche Kuba-Zigarren den Besitzer („Green Bucks“ also US$ sind ein gutes Tauschargument J)

Wir bedanken uns im Namen unserer Kubanischen Freunde im Voraus und verabschieden uns von den Caymans und unseren neuen Bekannten, indem wir die Bucht durch den Rum Point Channel nordwärts verlassen.

Auf geht’s wieder Richtung Cienfuegos. Nach ca. 12 Stunden erwischt uns ein „harter Nordener“ und wir müssen gegenan (Wind um die 35Kn und in Böen darf’s auch ein bisserl mehr sein L).

Als dann noch nach halber Strecke die Fock einreißt, muss immer der Luvseitige Motor mithelfen, Pink Panther auf Kurs zu halten.

Nach 48 Stunden sind wir froh als wir in Cienfuegos an der Pier festmachen. Das Einklarieren erfolgt nach bewährtem Rezept – schnell, höfliche Beamte, keine Probleme!

Ach ja Bettinas Freund, Tino – der Drogenhund, freut sich richtig uns wiederzusehen.

Jetzt gilt erst mal „Klar Schiff“ machen, Segel reparieren und alles vorbereiten, am Samstag kommen ja Rosi und Werner für eine Woche an Bord. Sie befinden sich ja schon seit 14 Tagen in Kuba und machen eine Rundreise mit dem Autobus. Wir freuen uns schon auf Ihren Besuch und sind gespannt was sie so zu erzählen haben (natürlich auch Neuigkeiten aus Altenhof und Umgebung J).